Vor 20.000 Jahren - Imagine 20.000 years ago

Ein eindrucksvolles Zeugnis früherer Vergletscherung sind glaziale Karseen in den hohen Massiven, ausgehobelt durch Gletschereis. Das Eis bzw. der mittransportierte Schutt bewirkt eine effektive Abtragung des kristallinen Grundgebirges und formt die Täler. Der Schutt wurde überwiegend zum Ende der Gletscherzunge transportiert und blieb dort als Endmoräne liegen. Solche Endmoränen finden sich in Höhen bis 500 m über Meer, z.B. 6 km oberhalb von Corte im Restonica-Tal bei Tuani (Camping). Hier wurden gigantische Findlinge von den ersten Siedlern als Unterstand benutzt und später von griechischen Siedlern übernommen, die ihre klassischen offenen Wassergräben hinterließen. Im Restonica-Tal sind die Endmoränen in reletiv geringer Höhe vielleicht nicht so eindrucksvoll, da die Gletscher vom zweithöchsten Massiv des Mte. Rotondo (2622 m) der Höhe entsprechend weit vorstoßen konnten. Tatsächlich war aber diese Region vor 20.000 Jahren, dem Letzten Glazialen Maximum (LGM), wärmer und trockener als der Durchschnitt Korsikas. Aber was soll man von einer Moräne auf 500 m Meereshöhe am Fuß der Nordbavella (Polischellu-Tal, Arggiavara - wenige Häuser) halten, wo doch der höchste Gipfel nur 1899 m erreicht? Kaum glaublich für Touristen und Experten, aber durch eine Datierung belegt. Wenn man die eindrucksvollen Kletterwände genau ansieht, dann erkennt man auch die U-Form der Täler, den Schurf der Kletterwände und die eckigen dunklen Felsnadeln, die über das Gletschereis ragten und dem Frost ausgesetzt waren. Wenn in Büchern steht, dass Ostkorsika, die Castagniccia, nie vergletschert war: da muss man nur von Morosaglia nach Osten über den Pass unter den Mte. San Petrone fahren (1767 m) und 800 m über Meereshöhe neben der Straße die Moränen anschauen. Der Ost- und Nordrand Korsikas war im LGM wirklich kalt und nass.
Die Bilder zeigen das Tavignano-Eisfeld, die größte Eismasse des LGM, aus der Luft, einen Gletscher im Südwesten im Prunelli-Tal oberhalb Bastelica (Blick vom Plateau d´Ese) und ein kleines Gletschertal nördlich des Vergio-Passes.

Most impressive and beautiful testimony of former glaciation are the glacial lakes in the higher mountains, obviously scoured out by glaciers. Glaciers in this region were very effectively eroding the crystalline basement rocks, and the debris is pushed as far as the glaciers reached down. Gacial moraines at elevations a slow as 500 m above sea-level are found, for instance just 6 km from Corte into Restonica valley at Tuani. Here, overhanging giant glacial boulders served as shelters to the early settlers, succeeded by Greek settlers here, building classical water supply. In the Restonica, you are probably not impressed too much by this glacier advance since there is Mte Rotondo, 2622 m, located in the basin. In fact, the region was drier and warmer than average. But what to say in front of a moraine in the Bavella at the village Arggiavara in southern Corsica, at 500 m elevation with a highest mountain of 1899 m. Unbelievable to the tourist, and to the expert as well, however confirmed by age dating. Looking carefully to the thrilling climbing walls of the northern Bavella, you may see the U-shape of the canyons, the polished cliffs, and the angular dark pinnacles which reached out of the ice. If books tell that eastern Corsica, the Castagniccia, was never glaciated: Just go from Morosaglia to the east across the pass and watch roadside moraines at 800 m above sea-level. Corsica had in fact been a cold and wet place in the last ice age.
The pictures show a space view of the Tavignano icefield, a glacier in the SW (Prunelli valley) and a glacial valley north of Vergio pass.

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